Mehr als 97 Prozent Auslastung – Sachspenden-Depot unterstützt Neustart
Vöcklabruck – Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Anteil der von Armut betroffenen Frauen steigt besonders stark bei den über 60-Jährigen. Mit einer Auslastung von mehr als 97 Prozent hat das Quartier 16 der Franziskanerinnen von Vöcklabruck im fünften Jahr seines Bestehens heuer insgesamt 23 Frauen und zehn Kindern Wohnung, Begleitung und Orientierung gegeben.
„Im vergangenen Jahr zeigte sich deutlich, dass immer mehr ältere Frauen ohne tragfähiges Netz dastehen. Noch nie war der Anteil an Frauen über 60, die bei uns Unterkunft fanden, so hoch! Im Quartier 16 geben wir ihnen Raum, um wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen“, sagt Sr. Angelika Garstenauer, Generaloberin der Franziskanerinnen von Vöcklabruck und Obfrau des Vereins Quartier 16.
Hilfe nach jahrelanger Gewalt
Frau A. hat seit kurzem eine neue Wohnung. Die Über-70-Jährige brauchte lange, bis sie den Schritt der Trennung wagte. Jahrelang war sie psychischer Gewalt ausgesetzt, täglichen Angriffen ihres Ehemanns auf ihr Selbstbewusstsein. Die Angst, alles hinter sich zu lassen, war groß. Im Quartier 16 fand sie Hilfe: ein Zimmer zum Wohnen, Menschen, die zuhören, und Unterstützung bei den Behördengängen, die für die Scheidung und die Suche nach einer Mietwohnung notwendig waren.
Wohnung, Begleitung und Orientierung für Frauen in Notsituationen
Das Angebot richtet sich an Frauen mit und ohne Kinder in schwierigen Lebenssituationen, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Glauben. Es umfasst Unterkunft, Begleitung und Orientierung. Fast drei Viertel der Frauen, die im vergangenen Jahr vorübergehend im Quartier 16 untergekommen sind, sind Österreicherinnen. Die Frauen kommen über Frauenhäuser, die Notschlafstelle Mosaik oder andere soziale Initiativen, fast ein Drittel hat sich im vergangenen Jahr direkt an das Quartier 16 gewandt. „Insgesamt hatten wir heuer 96 Anfragen, knapp die Hälfte mussten wir wegen voller Auslastung ablehnen“, sagt Sr. Ida Vorel, Leiterin des Quartiers 16. Auch auf Frauen mit Suchterkrankungen oder psychiatrischen Erkrankungen in der Akutphase ist das Quartier 16 nicht ausgerichtet.
Sachspenden-Depot
Seit zweieinhalb Jahren betreibt das Quartier 16 auch ein Sachspenden-Depot, das mittlerweile vielen Menschen in Not eine wertvolle Unterstützung ist. Unter anderem können mithilfe der Sachspenden Frauen mit dem Nötigsten für den Einzug in eine neue Wohnung ausgestattet werden. Im vergangenen Jahr waren das zwölf Frauen. „Sehr gefragt sind auch Baby-Grundausstattungen, Kleiderspenden, Hygieneartikel und Lebensmittelpakete“, informiert Sr. Ida.
Von dem Angebot profitieren nicht nur Klientinnen des Quartiers 16, sondern auch anderer Einrichtungen wie Frauenhaus, Mosaik, Mobilis und Caritas.
Dank an Unterstützer:innen
Seit seiner Gründung Anfang November 2021 haben im Quartier 16 der Franziskanerinnen von Vöcklabruck 85 Frauen und 47 Kinder Wohnung, Begleitung und Orientierung gefunden – möglich ist dies unter anderem dank zahlreicher Sponsorinnen, Sponsoren und privater Spenderinnen und Spender. „Wir freuen uns sehr, mit ihrer großzügigen Unterstützung in unserem Quartier 16 eine verlässliche Anlaufstelle für Frauen in Notsituationen bieten zu können. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, sagt Sr. Angelika Garstenauer.

